CUXHAVEN/BRUNSBÜTTEL. Auf beiden Seiten der Elbe ist die Bestürzung groß über das Aus der Elb-Link-Fährlinie.


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Brunsbüttels Bürgermeister Stefan Mohrdieck erklärte einem Zeitungsbericht zufolge, er hoffe auf eine Lösung, bevor alle Geschäftskunden vergrault seien. „Natürlich muss sich die Elb-Link-Reederei erst das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen.“ Ob die Stadt einen Beitrag zur Rettung der Linie leisten kann, könne er momentan noch nicht sagen.

Die Lokalpolitik in Cuxhaven bekräftigte unterdessen, dass sie für den Fortbestand der Fährverbindung kämpfen will. SPD-Landtagsmitglied Uwe Santjer betonte, es gebe „gute Bedingungen, dass der Betrieb langfristig Erfolg hat, weil wir eine gute Infrastruktur, gute Mitarbeiter und steigende Frachtraten aufweisen können.“ Mit der Siemens-Ansiedlung werde die Fähre noch an Bedeutung gewinnen. Auch Enak Ferlemann (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, wünscht sich eine Zukunft mit Elbfähre.

Sie sei eine wichtige Verbindung zwischen den Bundesländern. „Wir bedauern sehr, dass der Fährbetrieb eingestellt wurde“, so Ferlemann. Er sieht nun vor allem die Länder in der Pflicht, unterstützend einzugreifen. Das dürfe nicht Aufgabe der Kommunen sein.


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Zudem plädierte Ferlemann für einen neuen Standort des Fähranlegers. Die RoRo-Rampe am Steubenhöft sei ungeeignet, da so die Fahrtstrecke zu lang sei. Diese gelte es zu verkürzen, um künftig wirtschaftlich agieren zu können.

Die Partei Die Linke im Cuxland erklärte, es werde angesichts des Desasters schwer sein, das Projekt Fährverbindung wieder aufzugreifen. „Dennoch befürworten wir eine öffentliche Initiative der Kreise Cuxhaven und Dithmarschen, der Städte Cuxhaven und Brunsbüttel und der Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein“, betonte der Linken-Politiker Rolf Geffken aus Cadenberge. Er kritisiert die Reederei. Elb-Link habe den Fährbetrieb auf der Elbe zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel eingestellt trotz wiederholter gegenteiliger Erklärungen und Ankündigungen. Immer wieder habe die Geschäftsführung behauptet, die Transportzahlen entwickelten sich gut und die Fährverbindung befände sich im Aufwärtstrend. Geffken: „Tatsächlich hatten allein drei uns bekannte Experten unabhängig voneinander die Auslastung genau beobachtet und waren schon vor Monaten zu einem ganz anderen Ergebnis gelangt.“ Schon bei Beginn des Projekts hätten Kritiker gewarnt, dass die Schiffe überdimensioniert seien und für eine kleinere Variante plädiert. Da die öffentliche Hand bereits erhebliche Aufwendungen für die Anleger geleistet habe, solle nun die Fährverbindung nach sorgfältiger Planung insgesamt durch die öffentliche Hand fortgeführt und dauerhaft aufrechterhalten werden.

Während im Hintergrund Gespräche über die Zukunft der Elbfähre und eine mögliche Auffanggesellschaft mit Beteiligung des Landes laufen, arbeitet Elb-Link-Betriebsleiter Bernd Bässmann daran, so schnell wie möglich einen Notbetrieb auf die Beine zu stellen. Er geht davon aus, dass innerhalb von Tagen eine Lösung möglich sei.

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hg